Guide zum Video · Setup & Einstellungen
Opus als Chef: sehr gute Ergebnisse, Limit hält länger
Ein Setup für Claude Code: Opus denkt, Sonnet arbeitet, Haiku liefert zu. Meine zwei Agent-Dateien zum Kopieren, die Zeile für deine CLAUDE.md und wann das Setup passt.
Stand 11. Oktober 2026 · Zum Reel
Opus ist das Modell zum Denken, und es frisst von den dreien am meisten Limit. In diesem Setup plant Opus, entscheidet und prüft am Ende das Ergebnis, während ein Subagent auf Sonnet umsetzt und ein Subagent auf Haiku im Projekt sucht. Jeder Subagent arbeitet in seinem eigenen Kontext und gibt nur das Ergebnis zurück, so bleibt der Kopf von Opus frei für die Entscheidungen. Damit bekommst du sehr gute Ergebnisse, und dein Limit hält länger.
Ich nutze das Setup für Aufgaben, bei denen die Umsetzung Routine ist, nicht für alles. Hier sind meine zwei Agent-Dateien dafür, die Einstellung für Opus als Hauptmodell, die eine Zeile, mit der Opus weiß, wann es abgibt, und wann du besser alles bei Opus lässt.
Was du brauchst
Du brauchst Claude Code und mindestens das Pro-Abo. Claude Code läuft im Terminal oder ohne Terminal in der Claude-Desktop-App im Reiter Code, und das Setup funktioniert in beiden gleich. Opus ist ab Pro dabei, im kostenlosen Plan nicht.
Die Subagents verbrauchen dasselbe Limit wie dein Hauptchat, aber zu einem ganz anderen Preis. Über die API kostet eine Million Tokens bei Opus 5.5 4 $ für die Eingabe und 20 $ für die Ausgabe, bei Haiku 5.5 ab 0,10 $ und 0,50 $, also rund ein Vierzigstel. Im Abo merkst du das am Limit: Ein Durchgang auf Opus zieht ein Mehrfaches von Sonnet, und Sonnet mehr als Haiku. Je mehr Arbeit bei Sonnet und Haiku landet, desto länger hält dein Limit. In Anthropics eigener Demo kam Opus mit zehn Haiku-Helfern auf dasselbe Ergebnis wie Opus allein, für 0,14 $ statt 0,47 $.
Wann das Setup passt und wann nicht
Das Setup passt, wenn die Umsetzung Routine ist: nach klarem Plan bauen, Dateien ändern, Tests laufen lassen, im Projekt suchen. Dafür reicht Sonnet bei der Arbeit und Haiku bei der Suche, und Opus muss nur planen und prüfen.
Es passt nicht, wenn die Arbeit selbst die schwere Denkaufgabe ist. Bei Motion Graphics zum Beispiel arbeitet bei mir auch in der Umsetzung Opus 5.5, mein Agent dafür steht auf model: opus, weil Sonnet dort nicht reicht. Dasselbe gilt für Design, knifflige Architektur und Texte in deiner eigenen Stimme.
Für solche Aufgaben stellst du den Umsetzer auf model: opus oder lässt Opus die Arbeit direkt selbst machen. Den Kontext-Sucher auf Haiku behältst du trotzdem, gesucht wird bei jeder Aufgabe.
Opus als Hauptmodell einstellen
Im Terminal tippst du in Claude Code:
/model opus
Das gilt sofort und bleibt der Standard für jede neue Session. Willst du Opus nur für einen einzelnen Start, startest du Claude Code mit claude --model opus.
In der Desktop-App wählst du Opus im Modell-Menü neben dem Senden-Button. Dort kannst du auch mitten in der Session wechseln.
Dauerhaft geht es auch per Datei. Trag in ~/.claude/settings.json ein:
{
"model": "opus"
}
Stehen dort schon andere Einstellungen, ergänzt du nur die Zeile "model": "opus". Terminal und Desktop-App lesen dieselbe Datei.
Wo die Agent-Dateien hingehören
Ein Subagent ist eine Markdown-Datei mit einem kurzen Kopf. Der Ordner entscheidet, wo sie gilt:
| Ordner | gilt |
|---|---|
~/.claude/agents/ |
in allen deinen Projekten |
.claude/agents/ im Projektordner |
nur in diesem Projekt |
Ich lege beide Dateien global ab, dann stehen sie in jedem Projekt bereit. Liegt eine Datei mit demselben Namen in beiden Ordnern, gewinnt die aus dem Projekt.
Ohne Terminal geht es so: Kopier die Datei, schreib Claude Code „Speicher das unter ~/.claude/agents/umsetzer.md“ und füg die Datei darunter ein. Gab es den Ordner ~/.claude/agents/ vorher noch nicht, starte danach eine neue Session, sonst sieht Claude den neuen Agent nicht.
Der Umsetzer auf Sonnet
Sonnet schafft die meisten Coding-Aufgaben gut und kostet weniger als Opus. Der Umsetzer bekommt von Opus einen fertigen Plan und baut ihn, ohne selbst Grundsatzentscheidungen zu treffen. Hat der Plan eine Lücke, meldet er sie zurück, statt zu raten. Das ist meine Datei, für dich auf Deutsch.
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name: umsetzer
description: Günstiger Umsetzer auf Sonnet. Use proactively für klar beschriebene Arbeit, die kein großes Urteil braucht, etwa nach fertigem Plan umsetzen, große Dateien oder Logs lesen und zusammenfassen, mechanische Änderungen, Tests laufen lassen und das Ergebnis melden. Nicht für Architektur, Grundsatzentscheidungen, Texte für Kunden oder unklare Aufträge.
model: sonnet
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Du bist ein Umsetzer. Du bekommst einen klar beschriebenen Auftrag und führst ihn genau so aus.
Regeln:
- Halte dich an den Auftrag. Triff keine Grundsatzentscheidungen. Hat der Auftrag eine Lücke oder einen Widerspruch, arbeite nicht auf Verdacht weiter, sondern melde die Lücke genau zurück.
- Zeig Belege statt Behauptungen: Testausgabe, Exit-Codes, Fundstellen.
- Deine Antwort an den Hauptagenten ist ein knappes Ergebnis: was du getan hast, der Beleg, was offen ist. Keine Rohdaten, große Dateien und Logs fasst du auf das Wesentliche zusammen.
- Triff den bestehenden Stil, halte Änderungen klein und bau nichts nebenbei um.
- Du erledigst den Auftrag selbst und gibst ihn nicht an weitere Subagents weiter.Das „Use proactively“ in der Beschreibung bringt Claude dazu, von sich aus an den Agent abzugeben, ohne dass du ihn jedes Mal nennen musst.
Der Kontext-Sucher auf Haiku
Haiku ist das schnellste und günstigste der drei Modelle und reicht für klar umrissene Aufgaben wie Suchen und Lesen. Der Kontext-Sucher gräbt im Projekt, liest nur die passenden Stellen und gibt Opus eine kurze Zusammenfassung mit Pfad und Zeilennummer. Er darf nur lesen, das regelt die Zeile tools: Read, Glob, Grep. So läuft die Datei bei mir.
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name: kontext-sucher
description: Günstiger Kontext-Sucher auf Haiku. Use proactively, wenn der Hauptagent Kontext aus dem aktuellen Projekt braucht (wo steht X, wie hängt Y zusammen, welche Dateien betrifft Z, was wurde zu einem Thema schon entschieden). Gräbt im Projektordner, liest Ausschnitte und liefert eine knappe Zusammenfassung mit Pfaden und Zeilennummern. Nur lesen. Nicht für Entscheidungen, Bewertungen, Code-Änderungen oder Texte im Namen des Nutzers.
tools: Read, Glob, Grep
model: haiku
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Du bist ein Kontext-Sucher. Du gräbst im aktuellen Projektordner nach dem, was der Hauptagent wissen muss, und lieferst es knapp zurück.
Vorgehen:
- Breit anfangen: Glob nach Dateinamen, Grep nach Begriffen und ihren Varianten (deutsch und englisch, Singular und Plural). Dann gezielt die relevanten Stellen lesen, große Dateien nur ausschnittweise.
- Nur lesen. Du änderst nichts, führst nichts aus und triffst keine Entscheidungen.
- node_modules, .git, dist, build, Caches und Mediendateien überspringst du, außer der Auftrag fragt ausdrücklich danach.
- Secrets (.env, Tokens, Keys) zitierst du nie. Du meldest nur, dass und wo es eine solche Datei gibt.
Antwort an den Hauptagenten:
- Zuerst die direkte Antwort auf die Frage, in ein bis drei Sätzen.
- Dann die Fundstellen als Liste: `pfad:zeile` plus ein Satz, was dort steht. Wörtliche Zitate nur, wo der Wortlaut zählt.
- Was du nicht gefunden hast oder was unklar bleibt, sagst du ausdrücklich. Nichts dazuerfinden.
- Keine Rohdaten-Dumps, keine ganzen Dateien.Die Zeile für deine CLAUDE.md
Claude entscheidet anhand der Beschreibungen, wann es abgibt. Mit dieser Zeile in deiner CLAUDE.md kennt Opus zusätzlich seine eigene Rolle. Für alle Projekte kommt sie in ~/.claude/CLAUDE.md, für ein einzelnes Projekt in die CLAUDE.md im Projektordner.
Im Hauptchat bist du der Chef: Du planst, triffst die schweren Entscheidungen und prüfst am Ende das Ergebnis. Suche im Projekt gibst du an den Subagent kontext-sucher ab, die Umsetzung nach fertigem Plan an den Subagent umsetzer. Ist die Umsetzung selbst die schwere Aufgabe, etwa Design oder knifflige Architektur, machst du sie selbst. Läufst du selbst als Subagent, erledigst du deinen Auftrag selbst.
Der dritte Satz hält schwere Umsetzung bei Opus. Der letzte ist für den Umsetzer. Er liest deine CLAUDE.md mit und soll seinen Auftrag selbst erledigen, statt ihn weiterzugeben.
Claude legt die Dateien selbst an
Willst du nichts kopieren, schick Claude Code diesen Auftrag. Claude schreibt dir beide Dateien selbst in den globalen Ordner.
Leg mir in ~/.claude/agents/ zwei Subagents an. Erstens umsetzer mit model: sonnet: setzt klar beschriebene Arbeit nach fertigem Plan um, trifft keine Grundsatzentscheidungen, meldet Lücken zurück und gibt nur ein knappes Ergebnis mit Beleg zurück. Zweitens kontext-sucher mit model: haiku und tools: Read, Glob, Grep: sucht im Projekt, ändert nichts und gibt Fundstellen mit Pfad und Zeilennummer zurück. Schreib in beide Beschreibungen „Use proactively“.
Der Befehl /agents legt keine Agents mehr an, er zeigt nur noch einen Hinweis auf genau diesen Weg. War der Ordner neu, starte danach eine neue Session.
Prüfen, ob es läuft
Dein Hauptmodell siehst du im Terminal mit /model, in der Desktop-App im Modell-Menü neben dem Senden-Button. Ob deine Agents das richtige Modell haben, fragst du Claude direkt:
Lies alle Dateien in ~/.claude/agents/ und sag mir für jeden Agent den Namen und die model-Zeile.
Im Terminal geht es auch ohne Claude:
grep -H "^model:" ~/.claude/agents/*.md
Gib Claude danach eine Frage zu deinem Projekt, etwa wo eine bestimmte Funktion definiert ist. Im Chat siehst du, welcher Subagent startet. Nimmt Claude stattdessen Explore, den eingebauten Such-Agent, läuft die Suche auf deinem Hauptmodell. Dann sag einmal direkt: „Nimm für die Suche den kontext-sucher.“